Trockensteher

- die wichtigsten Tiere jeder Herde

Der Grundstock für das Gesundheitsgeschehen und die Leistungsfähigkeit einer Milchkuh wird mit der Haltung und Fütterung in der Trockenstehzeit gelegt.


Ketose und Fettleber, Pansenazidose, Labmagenverlagerung, Milchfieber, Nachgeburtsverhaltungen, sowie „Unfruchtbarkeit“ sind bzw. beruhen auf Stoffwechselentgleisungen bzw. Krankheiten, die besonders mit dem Fütterungsmanagement während der Trockenstehzeit zusammenhängen.

Landeskontrollverband Tirol Trockensteher

Trockenstehphase I: - 6-3 Wochen vor der Kalbung - energie- und nährstoffreduzierte Futterration - möglichst viel Rohfaser soll gefressen werden Die fette Kuh macht (sich) Probleme ■ neigen zu großen, schwereren Kälbern mit Schwergeburten und starkem Geburtsstress mit anschließender Nachgeburtsverhaltung ■ leiden häufiger an Stoffwechselstörungen (Ketose, Fettleber, Labmagenverlagerung, Milchfieber) und ■ sind wesentlich anfälliger gegenüber Euter- und Klauenerkrankungen. ■ verringern die Futteraufnahme in den Tagen vor der Kalbung wesentlich stärker als normal -bzw. unterkonditionierte Tiere URSACHE: Diese Tiere sind energetisch überversorgt (überfüttert). Achtung: Die Körperkondition soll vor dem Trockenstellen beurteilt und eventuell "korrigiert" werden. In der Trockenstehzeit eine Kuh abzumagern, erhöht das Risiko einer ketotischen Stoffwechsellage bereits vor der Kalbung.

Trockenstehphase II: - 3-2 Wochen vor der Kalbung - Anfütterungsphase mit allmählicher Kraftfuttersteigerung und Einstellung auf "Milch-Ration" - starkes Absinken der Futteraufnahme muss vermieden werden Entscheidend ist auch immer die Mineralstoff- und Vitaminversorgung. "Gerade weil die Zeit unmittelbar vor der Kalbung die wichtigste für die Entwicklung der immunologischen Funktionen und den Gehalt an Immunglobulinen im Kolostrum ist, muss auch der Mineralstoff- und Vitaminversorgung besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden. Entscheidend ist eine ausreichende Versorgung mit Magnesium, Spurenelementen und Vitaminen.Aus diesem Grund ist die Weide als ausschließlicher Nährstofflieferant für trockenstehende Kühe kritisch zu beurteilen, da eine gezielte Versorgung mit Mineralstoffen (insbesondere Spurenelemente) hier kaum möglich ist. Des Weiteren kann auch die Forderung der Frühtrockensteher nach einer energiearmen Ration bei Weidegras nicht sicher erfüllt werden, da die notwendige Strohaufnahme mehr als fraglich ist. Soll auf den Weidegang trotzdem nicht verzichtet werden, dann aber nur auf „extensiveren“ oder bereits beweideten Aufwüchsen (junges Gras ist zu energie- und nährstoffreich) mit Sicherstellung einer ausreichenden Aufnahme an energiearmem Beifutter und Trockenstehermineralfutter. Kühe und Färsen in der Vorbereitung auf die Kalbung (die letzten zwei bis drei Wochen) sollten grundsätzlich im Stall gefüttert werden bzw. die komplette Stallration erhalten." Dr. Katrin Mahlkow-Nerge, Referentin für Rinderfütterung, Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein


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