Das Melken einem Roboter überlassen bedeutet nicht automatisch, dass das Herdenmanagement einfacher wird – im Gegenteil – damit das Herdenmanagement verbessert werden kann, bedarf es an viel Innovation und regelmäßigen Überprüfungen der gesamten Aufzeichnungen des Roboters.
Heuer erstmals eigenen Jahresabschluss der Melkroboterbetriebe
In Tirol gibt es mittlerweile 32 Betriebe, welche mit einem Melkroboter die Kühe melken. Österreichweit wurde heuer ein eigener Jahresabschluss für die Melkroboterbetriebe nach Bundesland erstellt. Denn auch auf den Melkroboterbetrieben müssen die Probemelkungen für die Milchleistungskontrolle durchgeführt werden.
„Shuttle vs. Balkenwaage"
Wie funktioniert die Probenahme bei einem Melkroboter?
Die Probemelkung wird auch auf einem Melkroboterbetrieb 9 oder 11-mal (je nach Kontrollmethode) im Jahr durchgeführt. Durchschnittlich werden auf diesen Betrieben 47 Kühe gehalten. Dabei wird ein „Shuttle" angeschlossen, welches die Probefläschen befüllt. Es werden 2 Proben von jeder Kuh genommen und die Probenahme dauert dann nicht nur eine Melkzeit, sondern um die 24 Stunden. Wenn von allen Kühen die Probenahme vollständig ist, wird das Shuttle abgeschlossen. Der zuständige Probenehmer muss dann noch die notwendigen Erfassungen (4 Fragen um die Geburt, Kalbungen, Diagnosen, usw.) notieren. Anschließend werden die Proben mit dem Probenpaket in die Prüfstelle Labor nach Rotholz geschickt.
Im Gegensatz dazu messen 70% der Kontrollbetriebe in Tirol die Milch händisch mit einer Waage (Balkenwaage/ digitale Waage). Dabei wird die Milch von jeder Kuh vom Probenehmer abgewogen und händisch die Probenflaschen befüllt. Da in Tirol eher kleinstrukturierte Landwirtschaft betrieben wird, ist diese Kontrollmethode nach wie vor die häufigste. Im Schnitt werden in Tirol 12 Kühe pro Betrieb gehalten (Angaben Kontrollbetriebe und Kontrollkühe).

In der Tabelle wird ein Teil an Kennzahlen vom Jahresabschluss für Melkroboterbetriebe und ganz Tirol verglichen.
Seitens des Landeskontrollverbandes Tirol wird versucht, bestmöglichen Service auch für die Melkroboterbetriebe zu erreichen und das Angebot in Sachen Betreuung, Ansprechpartner und auch Weiterbildung zu erweitern. Ständiger Austausch mit den LKV´s der anderen Bundesländer unterstützt die Weiterentwicklung in diesem Bereich.
Aktuell dazu wurde am, 03. Dezember 2020 das Webinar „Faszination Melkroboter: Überlegung – Planung – Umsetzung" mit über 30 Melkroboterinteressenten durchgeführt werden. Dafür wurden zwei Experten der LK Niederösterreich, Dr. Marco Horn und DI Gerald Biedermann, als Referenten engagiert. Sie informierten vom Herdenmanagement über Wirtschaftlichkeit bis hin zu den Baulichen Aspekten im Bezug zur Einplanung eines Melkroboters.