Unter dem Motto „Zeit vergeht – Gutes besteht“ feierte der Landeskontrollverband am 25. Oktober 2024 sein 65-jähriges Bestehen mit einer festlichen Veranstaltung in Rotholz. Die Feier fand in den Räumlichkeiten der HBLFA Tirol statt und brachte zahlreiche Weggefährten, Persönlichkeiten aus der Politik sowie Vertreter der Molkereien, der Landwirtschaftskammer, der Rinderzucht Tirol, dem LFI und den Landeskontrollverbänden aus anderen Bundesländern und weitere Partner des LKV Tirols zusammen.
Nach einem ersten, geselligen Beisammensein bei Kaffee und regionalen Spezialitäten der Familie Bacher aus Padaun eröffneten die Moderatorin Margit Bacher und Obmann Ing. Thomas Schweigl offiziell die Feierlichkeiten. Der feierliche Auftakt setzte sich mit der Präsentation eines eigens für das Jubiläum produzierten Films fort, der die bewegte Geschichte dokumentierte sowie auch die verschiedenen Tätigkeitsfelder zeigte und beim Publikum viel Begeisterung auslöste.
Der anschließende fachliche Teil der Veranstaltung begann mit einem Vortrag von Dr. Thomas Guggenberger, Leiter des Instituts für Nutztierforschung der HBLFA Raumberg-Gumpenstein, zum Thema „50 Jahre Viehwirtschaft im Wandel“. Dr. Guggenberger hob die zentrale Rolle der Landwirtschaft in Österreich hervor: Sie sichert nicht nur die Versorgung mit hochwertigen Lebensmitteln, sondern leistet durch die Pflege und Nutzung von Grünlandflächen auch einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der Kulturlandschaft. Vor allem die Rinderhaltung trage zur effizienten Bewirtschaftung des Grünlands bei, da nur Wiederkäuer in der Lage sind, diese Flächen vollumfänglich und ressourcenschonend zu nutzen.
Im Anschluss sprach Ing. Martin Mayrhofer, Geschäftsführer von ZuchtData, über die Entwicklung der Milchleistungskontrolle vom analogen ins digitale Zeitalter. Vor allem die Einführung des Rinderdatenverbundes (RDV) im Jahr 2003 wird als einer der größten Meilensteine angesehen. Der RDV gilt als großer Meilenstein und speichert heute Milliarden an Datensätzen, darunter Einzeltierdaten, Milchleistungszahlen und Zuchtwerte. Mayrhofer betonte, wie wichtig es sei, dass diese Daten auch künftig in der Hand der Bauern bleiben.
Ein besonderes Highlight der Feier war der Vortrag von Niels Henning Nielsen aus Dänemark, dem ehemaligen Vizepräsidenten der ICAR, der die Entwicklungen in der dänischen Milchwirtschaft beleuchtete. Nielsen präsentierte beeindruckende Zahlen, die das Publikum aufhorchen ließen: Während ein durchschnittlicher dänischer Betrieb im Jahr 2006 noch 25 Kühe hielt, sind es heute im Schnitt 275. Zudem erläuterte er die Vielzahl an Kennzahlen, die in Dänemark aus der Milch analysiert werden können. Neben Standardwerten wie Fett, Eiweiß, Zellzahl, Harnstoff und Fettsäuren ermöglichen moderne Verfahren auch PCR-Tests auf 16 verschiedene Krankheitserreger und die Ermittlung von Ketoserisikofaktoren. Auch der Einsatz künstlicher Intelligenz findet in zahlreichen Bereichen der dänischen Milchwirtschaft zunehmend Anwendung, um Effizienz und Präzision weiter zu steigern.
Die Veranstaltung wurde durch eine Podiumsdiskussion unter dem Motto „Gutes erhalten – Zukunft gestalten“ abgerundet. Den Abschluss bildete ein gemeinsames Mittagessen an der LLA Rotholz, bei dem die Gäste den Tag bei gutem Essen und musikalischer Begleitung gemütlich ausklingen ließen.
